Chemie im Essen kann Ihre Gesundheit gefährden
 
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Weichmacher als Dickmacher, Aggressionsförderer, Sex-Störer?
Deutsche Behörden: Plastikhormon ist unbedenklich
Das in vielen Kunststoffen enthaltene Plastikhormon Bisphenol A (BPA) sei unbedenklich, urteilt das Berliner Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einem neuen Gutachten. Nach Meinung von Kritikern hingegen kann der Stoff die Fortpflanzung stören und zudem zu Übergewicht führen. In Amerika und Kanada wird der Plastikgrundstoff als "gefährliche Substanz" betrachtet. Die Chemikalie ist allgegenwärtig, in vielen Nahrungsmitteln aus dem Supermarkt, nach neuen Untersuchungen auch in Babyschnullern.
„Es besteht keine akute gesundheitliche Gefährdung durch die Aufnahme von Bisphenol A.“ So urteilte das BfR, die höchste deutsche Behörde zur Beurteilung von Lebensmittel-Risiken in seinem Gutachten vom Oktober 2009.

Das Institut, das direkt der Bundesregierung unterstellt ist, steht damit im Widerspruch zu Wissenschaftlern und auch zur Einschätzung in anderen Ländern.

In vielen Staaten Amerikas und in Kanada ist BPA für Babyflaschen verboten. Dänemarks Parlament forderte im Mai 2009 die Regierung auf, BPA in Kindertrinkflaschen zu verbieten. Französische Senatoren legten in diesem August einen Gesetzentwurf vor, der Import, Angebot und Verkauf sowie das kostenlose Herausgeben von Plastiktüten und anderen Behältnissen mit diesem Hormonstörer verbietet.

Der hormonell wirksame Stoff, häufig als „Weichmacher“ bezeichnet, findet sich in zahlreichen Nahrungsmitteln aus dem Supermarkt, etwa in Fischbüchsen, aber auch in Babyfläschchen, Säuglingsnahrung. In der Regel wandert er aus der Verpackung in die Nahrung.

Bisphenol A wirkt als Hormonstörer (im Experten-Jargon: „Endocrine disruptor“), es greift in die Sexualentwicklung ein, wirkt sich auch auf Gehirn und Verhalten aus. Es kann nach neuesten Erkenntnissen sogar die Bildung von Fettzellen beschleunigen und zu Übergewicht führen. Besonders bedenklich ist es für Föten, Babys und Kleinkinder, die in der Wachstumsphase relativ gesehen täglich mehr Nahrung und damit mehr Giftstoffe aufnehmen.

Im Juni 2009 zeigte eine Studie der Universität des US-Staates North Carolina und der British Columbia's Simon Fraser Universität (SFU) im kanadischen Vancouver, dass zweijährige Mädchen aggressiver und hyperaktiver waren, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft mehr BPA aufgenommen hatten.

Die Chemische Industrie hält die Chemikalie für harmlos; sie hat eigens eine wissenschaftliche „Task-Force“ eingesetzt, die dies nachweisen soll. Die Chemie-Konzerne haben daran ein großes geschäfliches Interessen, allen voran der deutsche Marktführer bei BPA, der Leverkusener Bayer-Konzern. Letzte Woche verkündeten 33 US-amerikanische BPA-Experten, neuerliche Bewertungen durch die amerikanische Regierung seien „Zeitverschwendung“. Die Chemikalie sei „gut erforscht“.

BPA ist eine Allerweltschemiekalie. Der Kontakt mit ihr beginnt früh. Anfang Oktober 2009 zeigten Untersuchungen im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dass in allen zehn durch ein Testlabor geprüften Babyschnullern hormonwirksames Bisphenol A vorhanden war. Die Kunststoffschildchen, die den eigentlichen Schnullersauger halten, enthielten laut Labor Konzentrationen zwischen 200 und fast 2300 Milligramm Bisphenol A pro Kilogramm Plastik. Unerwartet hoch waren die hohen Werte im Sauger selbst, dessen Latex- oder Silikonmaterial selbst keinen gefährlichen Weichmacher enthält.

Auch hier sah das Berliner Risiko-Institut keine „akute“ Gefahr.

Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hält die Hormonchemikalie für harmlos: Sie hatte schon im Jahr 2007 die Vorschriften entschärft und die akzeptable täglich Aufnahmemenge („Acceptable Daily Intake“, ADI) auf 50 Mikrogramm pro Tag und Kilogramm Körpergewicht hochgesetzt.

Allerdings nehmen Babys und Kleinkinder relativ gesehen mehr Nahrung zu sich als ein Erwachsener. Auf diese zusätzliche Belastung geht das BfR nicht ein. Dabei geht die Sicherheitsbehörde von der Annahme aus, dass die Substanz weder über Plazenta noch Muttermilch das Kind erreichen könne.

Experten halten dagegen: Föten und Säuglinge würden sehr wohl mit der hormonstörenden Alltagschemikalie belastet. Für Babys, Ältere und Kranke sei der Grenzwert in jedem Falle zu hoch angesetzt, warnten die Experten. Im Jahr 2008 kritisierten damit unter anderem der Professor Gilbert Schönfelder vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Würzburg, Prof Dr. Ibrahim Chahoud, Toxikologe an der Berliner Universitätsklinik Charité sowie Andreas Gies vom Umweltbundesamt die Bewertung der EFSA.

Hormon-Kritiker bemängelten unter anderem, dass die Entlastungs-Erkenntnisse vor allem aus Kreisen von industrienahen Forschern kämen. So hatte sich selbst die EFSA hatte bei ihrer Bewertung vor allem auf entlastende Industrie-Studien gestützt.

Der amerikanische Hormonforscher Frederik vom Saal hatte jüngst alle vorliegenden Erkenntnisse über Bisphenol A auf mögliche Interessenhintergründe überprüft und kam zu dem Schluss: Alle 109 Studien, die den Stoff für bedenklich hielten, kamen von unabhängigen Forschern. Alle 11 Studien hingegen, die die Substanz für harmlos hielten, kamen von der Industrie.

Mehr über Plastikhormone und ihre Wirkungen auf den menschlichen Körper: Hans-Ulrich Grimm: Die Kalorienlüge.

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